*15.12.1951
Er saß auf der Bank als die Wende kam, er sprang ein, als Rainer Schlutter und Gerhard Hoppe den Verein verließen, er war der erste Trainer nach der Insolvenz 2003: Udo war immer da, wenn man ihn brauchte. Das zeichnet ihn aus, aber es sind bei weitem nicht alle seine Qualitäten – weder als Trainer noch als Spieler. Der Mann, der fast genauso alt ist wie die BSG, legte eine beeindruckende Laufbahn hin. Mit 19 debütierte er in der Liga und erwies sich dank Körpergröße und Beweglichkeit als guter Abräumer und treffsicherer Torschütze. In der Aufstiegsrunde 1976/77 traf er fünfmal; in der Oberligasaison erzielte er mit 9 mehr als die Hälfte aller Geraer Tore – und kam unter die zehn besten Torjäger der Saison.
1981 begann er als Trainer und arbeitete als Co unter Klaus Memmler, Wolfgang Haustein oder Peter Ränke. Dazu war er oft für die II. Mannschaft verantwortlich. 1991 wurde er erstmals zum Cheftrainer berufen und trainierte Gera über die gesamte Drittligazeit bis 1994. Beim „Leipziger Abenteuer“ 1994/95 trat Udo ins zweite Glied zurück, er durfte dann 1995/96 die Scherben aufkehren. Er sprang ein, als Gerhard Hoppe aus beruflichen Gründen aufhörte und als Rainer Schlutter in der Oberligasaison entlassen wurde. Er war auch da, als der 1.SV Insolvenz anmelden musste und rettete mit Dietmar Kayser und Hermann Just den Verein. Beim ersten Pflichtspiel saß er allein auf der Bank – der Ersatztorwart musste aufs Feld, gerade elf Spieler waren mitgekommen.
Udo Korn führte die Mannschaft Stück für Stück nach oben, überraschend gelang der Sprung in die Thüringenliga, noch überraschender war das Oberliga-Abenteuer 2012 mit dem krönenden 2:1-Derby-Sieg gegen den 1. FC im Stadion der Freundschaft. Nach zwei weiteren Jahren als Sportdirektor hat sich Udo Korn 2014 vom aktiven Geschäft zurückgezogen.
Wissenswertes:
Udo Korn trat der BSG Wismut am 18.04.1961 bei, im Jahr 2021 feierte er 60 Jahre Vereinsmitgliedschaft. Er bestritt als Spieler allein in Oberliga und Liga 175 Spiele für die BSG und traf dabei 47mal. Die Zahl der Einsätze als Trainer ist deutlich höher. Für sein sportliches Lebenswerk wurde er 2014 durch die Stadt Gera ausgezeichnet.
