*13.05.1922

Herbert Petzold hat an allen großen Zeiten der BSG Wismut Gera mitgebaut, erst als Spieler und dann als Trainer. Und ganz nebenbei war er ihr erfolgreichster Oberliga-Stürmer. Herbert Petzold hatte seine Laufbahn noch beim alten 1.SV Gera begonnen, sein Spielerpass stammt aus dem Jahr 1939. Nach Kriegsende 1945 war er einer der Aktiven, die den Geraer Fußball wiederbelebten und später zu höchster Blüte führten. Erst mit der Fusion seiner BSG RFT und Gera-Süd zur BSG Mechanik Gera am 20. August 1950 kam der begnadete Stürmer in die Oberliga. In seiner ersten Saison 1950/51 drehte er richtig auf: Trotz Verletzung erzielte er 20 Tore, damit war er der siebtbeste Stürmer der DDR. Mit fünf Treffern in einem Oberliga-Spiel schrieb er gegen Weimar Geschichte – das gelang keinem Geraer wieder. Insbesondere im Zusammenspiel mit Manfred Kaiser war er nicht zu halten. In den Folgespielzeiten wurden es dann weniger Treffer, aber mit 34 hat er die meisten Oberligatore für Gera erzielt. Er ging 1953/54 mit in die Liga und blieb bis 1962. Danach widmete er sich der Zukunft und bildete lange den Wismut-Nachwuchs aus. Durch seine Hände gingen unter anderem spätere Oberligaspieler wie Udo Korn, Matthias Kaiser und Gerhard Hoppe. Er schwor auf die technische Ausbildung des Nachwuchses durch die Spieler. „Die technische Ausbildung ist unzulänglich, Kondition ist nicht das A und O“, urteilte er noch 2001. Er selbst war beidbeinig ausgebildet – von sich selbst. Wer nur links schießen konnte, habe zum Training auf die Torwand dann nur mit rechts geschossen.

Wissenswertes

Auch Herbert Petzold wurde von anderen Vereinen umworben. „Eine Küche, ein Wohnzimmer, sogar ein Brautkleid hat man mir versprochen“, erinnerte er sich. Er war das dienstälteste Mitglied der BSG, feierte 2001 noch das 50-jährige Bestehen. Herbert Petzold wurde fünf Mal in die Landesauswahl Thüringens berufen.