*07.05.49
Nur ein Jahr Oberliga – aber Hans-Jürgen Kliemank blickt dennoch gerne auf seine Fußballer-Laufbahn zurück, deren größter Erfolg eben dieser Aufstieg war. Nur sein größter Traum erfüllte sich nicht, denn für seinen Herzensverein Dynamo Dresden lief der gebürtige Sachse nie auf. Das Talent hatte er aber, wie die Berufung in die Dresdner Bezirksauswahl zeigt. Durch die Lehre als Geologiefacharbeiter kam er mit 16 Jahren zur Wismut, durchlief dort die Nachwuchsabteilung und nur eine Knöchelverletzung verhinderte Höheres; Kliemank hatte gute Chancen auf einen Platz in der DDR-Nachwuchsauswahl. Während der Armee-Zeit schulte 1970 er bei Vorwärts Neubrandenburg zu einem Verteidiger um. Solide, sodass er sogar ins Blickfeld einiger Oberligisten rutschte. Letztlich blieb er aber bei der Wismut. Zum Glück. Denn mit Kliemank, Joachim Posselt, Gerhard Hoppe und Udo Korn besaß die BSG bald einen der besten Abwehrblöcke der Liga, der Gera mehrfach zum Staffelsieg und 1976/77 auch in die Oberliga führte. Doch ausgerichtet war sie auf Libero Posselt und der bekam keine Spielgenehmigung. Diese Umstellung war zu viel, Gera kassierte jede Menge Gegentore – und Kliemank tat sein Bestes dagegen. Sprintstark und robust stemmte er sich den Angriffswogen entgegen und ließ sich auch von den 61 Gegentoren in seinen 21 Spielen nicht zur Unfairness hinreißen: Er bekam trotz teils harten Einsatzes in der Oberliga keine Gelbe Karte. „Ein Waisenknabe war ich aber nicht“, meint er rückblickend. Kliemank spielte für Gera noch eine Saison in der DDR-Liga, dann wechselte er zu Landbau Bad Langensalza, wo er wieder auf Joachim Posselt traf und zu Stahl Silbitz. 194 Ligaspiele hat er insgesamt bestritten. „Bei Wismut war ich immer gut aufgehoben“, sagt er.
Wissenswertes
Mit 1,73 und 68 Kilogramm war Kliemank der schmächtigste Abwehrspieler der BSG in der Oberliga. Er erhielt nie eine Gelbe Karte in Liga und Oberliga.
