*28.01.1931  +10.04.2016

Das erste Spiel lief katastrophal, aber der Rest konnte sich sehen lassen. Immerhin spielte Bringfried Lothar Müller 287 Oberliga-Partien, die meisten mindestens solide, sehr viele aber sehr gut. Der in Langenberg geborene Müller spielte zunächst Handball, wechselte dann aber Verein und Sportart. Das erste Oberliga-Spiel bestritt er 1950/51 als Sturm-Aushilfe aus der Jungliga, da war er 20. In der Folgesaison wurden es schon 19 Spiele, danach wurde er immer besser und war aus der Abwehr nicht mehr wegzudenken. Das erkannten auch die Wismut-Funktionäre, die ihn 1955 nach Aue beorderten. Dort bestritt Bringfried Müller nicht nur 250 weitere Spiele in der höchsten Klasse – inklusive der Übergangsrunde 1955 –, sondern holte auch reichlich Titel: Pokalsieger 1955, DDR-Meister 1956, 1957 und 1959. Mit ihm setzte der damalige SC Wismut Karl-Marx-Stadt die ersten Marken im Europapokal. Müller war dabei, als die DDR 1955 ihr erstes Länderspiel gewann und als sie 1957 sensationell Wales 2:1 besiegte. Mehr als 18 Länderspiele hat kein gebürtiger Geraer* bestritten. Bringfried Müller arbeitete später als Trainer unter anderem in Aue und Karl-Marx-Stadt.

Wissenwertes:

Als klassischer Zerstörer erzielte Bringfried Müller ganze zwei Oberligatore, die waren aber markant. Er schoss das letzte Tor für „Motor Gera“ (1953) und traf in seiner letzten Oberligasaison für die BSG Wismut Aue (1964). Er bestritt alle 16 Auer Spiele im Europacup der Landesmeister von Anfang an und ist damit Aues „Mr. Europacup“.

*Langenberg gehört seit 1950 zu Gera